Allein Allein

von Udo Wolter
© 2010 (Erstveröffentlichung)

Die Dunkelheit hellte sich etwas auf. Man konnte wieder Dinge erkennen. Gegenstände. Gewesene Gegenstände. Schutt. Staub. In der Ferne konnte man die Blitze eines Staubgewitters beobachten. So sah jeder Tagesanbruch aus. Seit gut einem halben Jahr. Die Gegend war größtenteils flach. Obwohl hier sicherlich auch mal Hügel gewesen sein könnten. Aber die Staubgewitter waren energiereich und schmirgelten alles runter.

Er stand auf einem kleinen Schutthaufen und sah nach Nord-Westen. Von dort war er gestern noch gekommen. Er war am überlegen, ob er im Kreis gelaufen war. Er hatte zwar praktisch die Karte seiner Umgebung im Kopf, aber da die grau-schwarze Schuttumgebung sehr gleichförmig aussah, hatte er nur wenig Orientierungspunkte. Noch dazu bildeten sich in Staubgewittern auch kleinere Tornados, die konnten den Schutt so verändern, daß er trotz seines guten Gedächtnisses die Umgebung nicht wiedererkennen würde. Sein Kompaß war der einzige Begleiter, ansonsten war er allein.

'Allein.' dachte er immer wieder. Es war ein schreckliches Wort. Er hatte mal eine Familie. Früher war sie ihm nicht so wichtig gewesen. Ja, man hielt zusammen, aber nachdem sie getrennt wurden, vermißte er seine Brüder und seinen Vater nur manchmal. Doch die letzten Wochen waren schwierig. Er hätte sich gerne ausgetauscht. Erzählt, was er erlebt hatte. Sich gern angehört, was seine Brüder erlebt hatten. Das Alleinsein fiel ihm immer schwerer. Er dachte an frühere Zeiten, an das Labor, in dem er viel Zeit verbracht hatte. Auch an die Sonne mußte er oft denken. Man sah sie nicht mehr. Und obwohl er früher das Zentralgestirn eher ignoriert hatte, vermißte er die Sonne jetzt ebenso wie seine Angehörigen.

Denn es war kalt: Minus 65 Grad Celsius. Tagsüber stieg die Temperatur jetzt bis fast auf -10 Grad an. Laut Kalender war nun auch Juni, also Sommer. Zumindest hier auf der Nordhalbkugel. Jedenfalls nahm er an, noch auf der Nordhalbkugel zu sein. Im Winter wurden tagsüber knapp -50 Grad erreicht. Die Nächte waren ähnlich kalt, im Sommer zwischen -70 und -75 Grad und im Winter bis -80 Grad. Wäre die Luft nicht so furztrocken gewesen, wäre der ganze Schutt zusammengefroren zu einem Klumpen. Aber Feuchtigkeit kam nichtmal durch Staubgewitter zustande und ohne Sonne, die minimalste Feuchtigkeitszirkulation anregen würde, war an Kondensation nicht zu denken. Er war nicht unglücklich über die Trockenheit. Wasser war nie sein Ding, außerdem würde man bei höherer Feuchtigkeit die Kälte stärker spüren und ihm würden vielleicht doch irgendwann die Glieder einfrieren. So reichte es, wenn er in Bewegung blieb. Einfach weitergehen. Immer weiter. Das hielt seinen Körper am Leben. Und vor allem, nie zu lange auf dem kalten Schutt stehen, er konnte die Kälte spüren, wie sie von unten in seinen Körper kroch. Die Füße wurden dadurch fast bewegungsunfähig. Es war ihm unheimlich.

Der Schutt. Manchmal guckten Dinge aus der alten Welt heraus. Einmal hatte er eine Barbie-Puppe gefunden. So eine mit Geräuschen und Augenbewegung, wenn man sie hin- und herdrehte. Sie funktionierte sogar noch, aber er verstand die Sprache nicht, ja konnte sie nichtmal einschätzen. Er sprach nur wenige Sprachen und hatte von einigen anderen schon Fetzen gehört, aber hier? Aussichtslos. Welches Land mochte das hier mal gewesen sein? Er war scheinbar schon ganz schön weit rumgekommen, weiter als er selbst gedacht hatte. 'Ich muß meine Karten überprüfen' dachte er und eine gewisse Unruhe breitete sich in ihm aus. Was besser war als die endlose Depressionsphase, die ihn die ganze Zeit begleitete.

In welche Richtung sollte er nur weitergehen? Nach 5 Minuten entschied er sich für Süden. Dort war es vielleicht wärmer als hier. Eigentlich entschied er sich fast immer für Süden. Er ging ohne Hast vorwärts, während der dunkle Himmel seine Maximalhelligkeit erreichte. Es kam ihm vor wie ein nicht enden wollender Wintertag. Beim Gehen hörte er es öfter knacken und krachen. Knochen. Menschenknochen. Es war erstaunlich, wie haltbar Menschen waren. Gut, sie waren tot, aber fast alle Gebäude waren weg. Und sie hatten aus massivem Stein und Beton bestanden. Und nun bildeten sie den Staub, der alles umgab. Aber die menschlichen Knochen, die waren noch da. Der Mensch war unvorstellbar zäh, das Material, aus dem er bestand, war sehr widerstandsfähig. Auch, wenn der Mensch als Ganzes sehr verwundbar war.

Er selbst war immer ein Außenseiter. Aber im Gegensatz zu denen, über deren knackende Knochen er wanderte, war er noch am Leben. Er mochte die meisten Menschen, aber sie mochten ihn häufig nicht. Sein Vater und seine 4 Brüder ausgenommen, die mochten ihn natürlich. Es war ihm nie klar gewesen, warum so viele ihm so haßerfüllt gegenüberstanden. Er hatte immer ihre Nähe gesucht, er war geradezu süchtig nach der Nähe von Menschen, er brauchte andere. Andererseits war er oft allein. Da er so häufig in Konflikte mit anderen Menschen geriet, war das Alleinsein nicht nur schlecht, sondern manchmal auch entspannend. Er mußte nicht reden, keine Rücksicht nehmen, konnte machen, was er wollte. Im Beisein anderer Menschen galten Regeln. Er mochte Regeln noch nie, sie behinderten ihn. Er hatte früher eine ganze Reihe von Regeln gehabt, nach denen er leben mußte. Doch es waren mit der Zeit immer weniger geworden. Er vergaß sie nach und nach und nun konnte er sich nur noch an wenig erinnern. Ob das die Strahlung machte? Verlor er irgendwann sein Gedächtnis komplett? Es war ihm egal. Seine wichtigste Mission würde er nicht vergessen. Er würde sogar sterben dafür.

Wobei die Strahlung trotz des vielen Staubs in der Luft stark zurückgegangen war. Manchmal wurde die Intensität durch einen Staubsturm erhöht, aber nie für lange Zeit. Es war erstaunlich, denn die Waffen, die im Krieg eingesetzt worden waren, hinterließen alle Isotope mit Halbwertszeiten von mindestens 1000 Jahren und mehr. Und der Krieg war erst ein halbes Jahr her. Er war immer wieder erstaunt, daß selbst von der Strahlung so wenig übrig geblieben war.

Der Krieg. Er hatte nur eine Woche gedauert. Dann tobten die Feuer knapp 3 Wochen. Und danach war die Nordhalbkugel ein Haufen Schutt gewesen. Die Südhalbkugel war wahrscheinlich einen Monat später mit der Abkühlung dran gewesen. Schließlich waren ca. 50x mehr Sprengköpfe explodiert als zur Auslöschung beider Seiten nötig gewesen war. Er verstand sowieso nicht, wie das nach so langer Zeit passieren konnte, schließlich galt der Kalte Krieg als überwunden. Aber der nukleare Winter, das war vorher schon klar, würde auf jeden Fall weltweit sein. Allerdings dürfte im Süden noch alles stehen. Gebäude, Infrastruktur usw. Ein weiterer Grund, nach Süden zu gehen. In Gebäuden konnte man sich besser schützen: vor Strahlung, vor der Kälte, vor den Staubstürmen. Und sogar vor Eindringlingen.

Das Wort "Eindringling" war ein weiterer Grund, warum er eigentlich lieber alleine blieb. Wo auch immer er hin ging, falls er jemandem begegnen würde, käme sofort Angst auf: will er mich berauben, mich umbringen? Er war nicht schmächtig, früher hatten viele Leute vor ihm Angst gehabt, das schien ein weiterer Grund für viele Menschen zu sein, ihn zu hassen. Er war sozusagen Gefangener seiner selbst. Verdammt zur Einsamkeit, weil alles andere nur Ärger bedeutete. Für ihn und für die, deren Nähe er immer noch suchte. Letztlich war es fast nur das, was ihn antrieb: Menschen suchen! Nicht mehr allein sein! Seine Mission! Im Süden dürften deutlich mehr Menschen am Leben sein, da würde er Überlebende finden. Müssen! Gleichgesinnte! Er würde ihnen Wärme bringen, denn er hatte 2 Wärme-Generatoren bei sich. Er trug sie auf seinem Rücken, sie sahen aus wie kleine Rucksäcke, auf jeder Seite ein Gerät. Für volle Flexibilität hatten sie Griffe, damit er die Wärme schnell verteilen kann, falls das nötig war, außerdem hatte er sie so immer griffbereit. Solange er allein war, liefen sie auf Sparflamme, beide waren noch zu 90% voll. Er selbst brauchte nicht so viel Wärme, nur so viel, um nicht festzufrieren. Seine Kleidung war gut isoliert, nur die Stiefel waren etwas durchlässig, was Kälte betraf. Weswegen er einmal am Tag die Generatoren auf seine Füße richtete. Das war angenehm! Wohlige Wärme an seinen Füßen war der Höhepunkt des Tages!

Es war schwer, die beiden Generatoren mit sich herumzuschleppen, aber sie waren das Pfand, welches er brauchte, um mit Menschen wieder zusammensein zu können. Wie ein Handel. 'Ich gebe Wärme und bekomme dafür Wärme, menschliche Wärme.' Es war eine seiner stärksten Regeln und an die konnte er sich gut erinnern: "Teile Deine Wärme mit anderen Menschen!" Was passieren sollte, wenn die Generatoren alle waren, wußte er nicht. Dann hatte er nichts mehr zum Handeln und er würde auf jeden Fall allein bleiben müssen. Sonst knallten sie ihn ohne Vorwarnung ab. So waren Menschen in diesen Tagen: blutrünstige Tiere, gnadenlose Egoisten, nicht fähig, weiter als bis morgen zu denken, zu planen. Der sinnlose Krieg hatte die Menschheit in die Barbarei gestürzt. Diese machte sogar ihm Angst, obwohl er eigentlich kein ängstlicher Typ war. Aber die Menschen waren zunehmend unberechenbarer geworden, je länger der Krieg zurück lag.

Einmal war ihm eine Frau begegnet, die hatte sich mit einer Handgranate vor seinen Augen in die Luft gesprengt. Wäre er nicht schnell zur Seite gesprungen und hätte er sich nicht zu Boden geworfen, sie hätte ihn mit in das Nichts gerissen, das ihn umgab. Er wäre zu dem Staub geworden, auf dem er täglich herumspazierte. 'Keine Logik, alle verrückt' dachte er. Und sie wurden täglich verrückter. Auch diese Gedanken waren Teil der Idee, lieber allein zu bleiben. Denn für ihn wurde es zusehends riskanter, mit Menschen zusammenzutreffen. Und vor allem: er war nach dem Krieg genau 10 mal mit anderen zusammengekommen. Der Umstand, daß er immer noch alleine war, sprach Bände über seine Fähigkeit, mit anderen zusammenzuleben. Meistens klappte die temporäre Gemeinschaft nicht mal einen Tag. Sie mußten ihn nie rauswerfen, er ging immer alleine weg, wenn die Luft zu dünn für ihn wurde. Man muß wissen, wann man gehen muß, bevor die Welt über einen einstürzt. Das hatte mal jemand im Labor zu ihm gesagt und er fand den Spruch sehr passend.

Ja, das Labor. Da waren viele Leute gewesen, dort hatte man ihn nicht gehaßt. Ok, es gab ein paar, die hatten ihn mißtrauisch beäugt, das wohl auch gegenüber den Laborchefs gesagt, aber er durfte bleiben. Und sein Vater und seine Brüder boten ihm genug Schutz vor Anfeindungen. Die ganze Familie arbeitete im Labor und man war füreinander da, eine eingeschworene Gemeinschaft. Vielleicht traf ihn deswegen häufig Ablehnung: aus Neid? Weil die anderen nicht so einen starken Rückhalt hatten wie er? Weil bei anderen Familien die Brüder nicht so sehr auf einer Linie lagen? Für ihn schien seine Familie ein klares Zeichen zu sein, daß die Abneigung der anderen ihm Gegenüber nichts mit ihm zu tun haben konnte, das mußten irgendwelche Hirngespinste sein. Und Angst konnte es auch nicht sein, schließlich sah er auch nicht aus wie ein Soldat. Keine Uniform, kein Helm, keine Schußwaffen. Obwohl er Erinnerungen an Soldaten im Labor hatte. Aber das verdrängte er sofort: die Armee bedeutete nur noch mehr Regeln und davon hatte er sich ja glücklicherweise größtenteils befreit.

Er hätte sich wirklich gewünscht, mehr Leute zu treffen, die so waren wie die, die er aus dem Labor kannte. Also die Nicht-Soldaten. Die, die ihm aufgeschlossen gegenüber traten. Aber welche Wahl hatte man schon nach einem solchen Krieg? Er mußte nehmen, was er kriegen konnte, so viele hatten ja nicht überlebt. Immerhin zeugte der Umstand, daß es überhaupt Überlebende gab, mal wieder für die Zähigkeit der Menschen. 'Es ist schon toll, dazuzugehören' dachte er bei sich, während sein Blick gedankenverloren über den Schutt streifte während er Meter um Meter zurücklegte.

Knirschend ging er weiter. Hin und wieder sah er im Staub ein paar Schädel herausgucken. Erstaunlich, wie schnell die Haut und das Fleisch verwest war. Immerhin war die Luft trocken, eigentlich hätten die Schädel mumifiziert sein müssen. Oder aber, falls sie die Hitzewelle der Bomben teilweise abbekommen hatten, hätten sie zumindest eine Art Steinstruktur haben müssen. Schädel, die die volle Ladung hinter sich hatten, waren sowieso zerstäubt worden. Aber diese Schädel sahen aus wie abgeleckt. Vielleicht Ratten? Vor dem Krieg hatte es immer Szenarien gegeben, wonach Ratten oder Kakerlaken nach dem nuklearen GAU die Herrscher der Welt sein würden. Es deutete nichts darauf hin. Er hatte nur knapp 2 Wochen nach der Abkühlungsphase noch ein paar Nager gesehen, die sahen aber schwer krank aus. Kakerlaken hatten länger durchgehalten, aber seit 4 Monaten waren auch diese Tierchen wie weggeblasen. Und andere Tiere? Hunde? Katzen? Fehlanzeige. Im Vergleich dazu war es wirklich erstaunlich, daß es immer noch Menschen gab. 'Zähe Viecher' dachte er bei sich und lächelte.

Auf einmal hörte er Gewehrfeuer! Südwestlich von seiner Position. Er haßte das, denn natürlich war es tagsüber riskant, bei Beschuß stehen zu bleiben. Selbstverständlich hatte er einen Körperpanzer in Zeiten wie diesen. Aber er ging lieber kein Risiko ein. Man wußte nie, womit man beschossen wurde. Nur weil etwas nach Gewehr klang, mußte es noch lange keins sein.

Er mußte also runter auf den Boden. Der war nicht nur sehr staubig, sondern wahnsinnig kalt. Außerdem hatte er die ganze Zeit den Gedanken, auf toten Menschen herumzuliegen. Das war irgendwie eklig, er berührte den Staub nur ungern. Darüber hinweg steigen war etwas ganz anderes. Und bei Beschuß mußte er auch die Thermo-Generatoren ganz ausstellen, damit keine wärmegelenkten Waffen ihn trafen. Der Krieg nervte ihn immer noch, obwohl er eigentlich lange vorbei war. Und wieso schoß da eigentlich jemand weiter? Gab es noch irgendetwas, um das es sich zu kämpfen gelohnt hätte? Die Gewehrsalven, jedenfalls hielt er die Schüsse für Gewehrfeuer, kamen in unregelmäßigen Abständen. Tat-tat-tat. Pause. Tat-tat-tat. Pause. Er kroch langsam vorwärts, dem Schall entgegen. Es war nicht das erste Mal, daß er das machen mußte. Deshalb wußte er: manchmal ist der Staub sehr rutschig, da kommt man gut voran und manchmal liegen Gegenstände unter dem Staub, die einen aufhalten konnten. So auch in diesem Fall, es waren wohl die Reste eine Autoreifens, die sein Vorwärtskriechen im Schutt behinderten. Wie hatte dieses Stück Gummi die Hitze überlebt? Oder war die Hitze nie bis hier gekommen? War er schon außerhalb der Kriegszone? Wenn ja, wo kam dann der Staub her?

Schließlich war er so nahe, daß er es wagte, seinen Kopf anzuheben. Ein bizarres Bild bot sich ihm. Ein Mann hing auf einem Gewehr, er war tot, aber erst vor kurzem gestorben, das Blut rann an seiner Hose hinab in den Staub. Es war noch nicht gefroren, er war also vor wenigen Minuten noch am Leben. Das Gewehr war eine Selbstschußanlage, an der Reste eines Zauns hingen. Es war beeindruckend. Er hatte viele Selbstmorde in den letzten Monaten gesehen, gut jede Woche einer. Aber eine Selbstschußanlage war nie involviert. Schon gar keine funktionsfähige. Die Anlage schoß munter weiter Projektile in den toten Körper. Der Mann hatte es sogar geschafft, seinen Gürtel mit der Anlage zu verbinden, so daß er nicht herunterrutschen konnte. Jedenfalls nicht, bis das Gewehr seinen Körper komplett durchgeschossen hätte, so daß Ober- und Unterkörper voneinander getrennt wären. Dann würde auch der Gürtel keinen Halt mehr bieten. Für so eine Konstruktion brauchte man einen starken Willen, schließlich mußte man die Schmerzen der einschlagenden Projektile ignorieren und sich ganz seiner Aufgabe widmen. Aber die Schüsse hörten schließlich auf und wurden ersetzt durch "Klick Klick Klick Klick". Die Selbstschußanlage würde noch so lange weitermachen, wie ihre Batterie das hergab, aber wenigstens mußte niemand mehr verletzt werden. Und er würde wohl kaum hingehen und ihr ein neues Magazin einfüllen, vor allem, wo er sowieso keinerlei Munition hatte.

Auch wenn es ihm leid tat, daß er nicht mehr helfen konnte: da hatte der Mann auf dem Gewehr richtig Glück gehabt. Selbstmord war nicht einfach in diesen Tagen. Man hatte immer die Option, andere Menschen zu finden, die einem dann dabei "halfen", Selbstmord zu begehen. Aber andere Menschen waren ja nicht einfach zu finden, er selbst fand meistens eher tote Menschen. Und sonst blieb einfach nichts. Außer den schmerzhaften Varianten: erfrieren, verhungern, verdursten. Denn aus dem Schutt konnte man oft nicht einmal messerähnliche Waffen zusammenzimmern. Klar, er hatte schon Tote gefunden, die hatten einen Menschenknochen in ihrem Herz. Aber das war eher die Ausnahme. Erfrieren schien leichter. Manchmal lagen nackte Menschen am Straßenrand steifgefroren, mit einem Lächeln im Gesicht. Grauenhaft. Er selber hatte nicht viel übrig für diese massive Kälte. Deswegen fand er diesen Tod besonders furchtbar.

Nun schaltete er den Wärme-Generator wieder auf Minimum, klopfte sich den Staub von der Kleidung und lief weiter. Stundenlang passierte gar nichts. Kein Vogelzwitschern, auch kein Staubsturm, nichts. Nicht, daß er Vogelzwitschern erwartet hätte, aber das hätte ein Zeichen sein können, daß doch noch Reste von Zivilisation übrig wären, Reste von Hoffnung. Nur seine Füße, die ihm knirschend die Fortbewegung signalisierten, waren zu hören. Wenn er stehen blieb, war nur Stille. Bizarr: selbst sein Akustik-Meßgerät zeigte ihm 0 dB auf seiner Anzeige. Rundherum flache, graubraune Ebene. Es war nun weniger Schutt in der Richtung, in die er ging. Das Grau des Bodens war etwas dunkler als das Grau des Himmels, fast mehr braun als grau. Stundenlang ging er Richtung Süden, im Grunde war es, wie auf der Stelle stehen zu bleiben: das Bild änderte sich nicht. Außer, daß es langsam dunkel wurde. Seine Uhr zeigte ihm 20 Uhr 17 an. Wahrscheinlich war das irrelevant, denn bei seinen Wanderungen hatte er bestimmt schon eine oder zwei Zeitzonen hinter sich gelassen. Aber es war wenigstens ein verläßlicher Rahmen, wie lange er schon unterwegs war. Die Dunkelheit war eigentlich sein Freund. In den meisten Fällen nutzten Menschen Licht und bei Dunkelheit waren Lichter einfach viel besser erkennbar als tagsüber. Vielen Leuten war er deshalb nachts begegnet. Aber in dieser Nacht blieb es dunkel. Und es wurde mal wieder besonders kalt. -69 Grad zeigte sein Thermometer an. Eine unmenschliche Temperatur. Er schaltete sein Nachtsichtgerät ein, um zu sehen, ob sich irgendwo Restwärme feststellen ließ. Aber nichts. Er blieb allein.

Auch 3 Tage später hatte sich nichts geändert. Er schien aber weit südlich vorangekommen zu sein. Die Tagestemperaturen lagen nun bei -5 Grad, das konnte man fast schon warm nennen. Selbst nachts fiel das Thermometer kaum noch unter -50 Grad. Auch die Schuttzone wurde immer noch flacher. Es gab noch viel grau-braunen Staub, aber kaum Schutt oder Geröll. Keine Autoreste, keine Stahlbetonreste, überhaupt keine Reste. Der Krieg war nie bis hier gekommen. Nur der Staub hatte es bis hierhin geschafft. Er fragte sich, wo er nun war. Die Landschaft wurde nun wieder bergiger. Selbst mit seinen Karten hatte er jegliche Navigation verloren, alles war anders. GPS ging durch die Wolkendecke sowieso nicht, also blieb ihm nur der Kompaß. Die Satelliten waren wahrscheinlich sowieso abgeschossen worden. Von seinem Schrittzähler ausgehend, machte er Berechnungen. Er war im Norden Hollands gestartet, laut seinen Berechnungen in Dänemark, Deutschland, Belgien und Frankreich gewesen, Dann Schweiz und Norditalien. Hier wurde es schon schwieriger, in den Bergen gab es zwar keinen Schutt, aber seine Karten waren unzureichend gewesen. Er hatte versucht, nördlich auszuweichen und war wohl durch Österreich und Ungarn gewandert. Danach war er Richtung Osten gewandert, fast einen Monat lang und nun schon gut zwei Wochen nach Süden. Es war selbst mit der Berechnung unmöglich zu sagen, wo er genau war. Er mußte sich irgendwo bei der Türkei, Iran/Irak, Syrien oder sogar Saudi-Arabien befinden. Genauer konnte er es einfach nicht sagen. Wobei das sowieso irrelevant war, diese Strukturen gab es wahrscheinlich sowieso nicht mehr. Hätte er nicht an großen Gewässern vorbeikommen müssen auf seiner Wanderung? Das Mittelmeer? Das schwarze Meer? Kaspisches Meer? All diese Binnenmeere waren auf seinen Karten verzeichnet, aber Wasser war ihm nie begegnet. Das konnte doch nicht alles weggekocht worden sein? Einerseits ärgerte es ihn, keine Orientierung zu haben, andererseits stand er auf Kriegsfuß mit Wasser. Vielleicht war alles gefroren gewesen? Und der Staub hatte sich darüber gelegt, so daß man das Wasser nicht sehen konnte?

Als die Nacht hereinbrach, sah er am Horizont endlich ein Licht. Rötlich-Flackernd. Ein Feuer? Aber womit macht man Feuer, wenn man keine Bäume hat? Hier lag nur Staub. Und der brannte nicht. Er hatte schon einiges versucht, um die Energie seiner Thermo-Generatoren zu sparen. Die Gegend war zwar hügelig, aber auf der Oberfläche gab es keine Konturen, alles schien glatt zu sein. Der Staub war sehr dick, egal, wie stark er seine Hand in den Staub steckte, er zog nur Staub hoch. Und im Staub gab es praktisch keinen Widerstand, er konnte nichts unter dem Staub fühlen. Komisches Zeug, er war verwundert, daß er darauf laufen konnte. Er beeilte sich, vorwärts zu kommen, die Generatoren schaltete er sicherheitshalber ab. Seine Körperwärme drang wahrscheinlich auch irgendwo unter seiner Kleidung und seiner Panzerung hervor, aber die Generatoren hatten viel mehr Output. Das konnte er mit seinem eigenen Nachtsichtgerät deutlich sehen. Mit angeschalteten Wärme-Generatoren loderte er praktisch auf, ohne glitzerte er nur leicht. Je näher er dem Licht kam, desto stärker kamen die Konturen eines Lehmhauses zum Vorschein und das rote Licht kam aus einem kleinen Fenster. Obwohl er wußte, daß er mit anderen Menschen Probleme haben könnte, vor allem, wo er die hiesige Sprache nicht verstand, war er innerlich ganz euphorisch: 'Einsamkeit Adieu!' dachte er. Die Vorfreude fraß ihn praktisch auf! Nun hieß es, die Nerven zu behalten, ein Fehler und sie würden ihn umlegen.

Auf den letzten 500 Metern zum Haus kroch er auf allen Vieren. Verdammt! Diese Kälte raubte ihm noch den Verstand, so stark quoll sie unter seinem Brustpanzer durch bis zu seinen Innereien. Aber es war sicherer so, denn man wußte nie, was einen dort erwartete. Als er an der Hausmauer angekommen war, richtete er sich auf. Es waren Stimmen von drinnen zu hören. Merkwürdig: mehrere Personen, aber keine Wachen? Sowas war ihm noch nie begegnet. Wie auf Kommando erschien plötzlich einer der Bewohner neben ihm, bemerkte ihn aber nicht. Auf der Seite der Wand war es stockfinster, außerdem drehte der Mann ihm den Rücken zu. Und es war eine Art Wachgang, der Mann hatte ein Gewehr umgeschnallt. 'Na also, doch eine Wache' dachte er. Der Mann trug eine lange Kutte und eine Art Turban, er schien sehr klein zu sein. Der Mann guckte nach rechts und links und entfernte sich dann vom Haus. Damit war das Problem der Wache erstmal erledigt. Nun galt es zu entscheiden: 'Reingehen oder nicht?' dachte er still vor sich hin.

Er überlegte kurz, nahm beide Wärme-Generatoren in seine Hände stellte sie auf Maximum und ging rein. Er trug dabei die Wärme-Generatoren wie Pistolen in seinen Händen, aber leicht seitlich ausgerichtet, um eine Rundum-Verteilung innerhalb des Hauses gewährleisten zu können. Jetzt hieß es schnell zu sein. Er riß die Tür auf und trat in den ersten Raum des Hauses. Panik brach aus, als sie ihn sahen. "Scheiße, es ist ein FMW! EIN FMW!" Er verstand ihre Sprache nicht, es war wohl arabisch. Aber die Buchstaben FMW konnte er raushören, sie sprachen sie auf englisch. Ein Schuß traf ihn, aber das störte ihn nicht sonderlich, es wurden keine wichtigen Elemente getroffen, außerdem hielt sein Brust-Panzer eine Menge ab. "Ich bringe Wärme" sagte er auf holländisch, obwohl er wußte, daß man ihn hier wahrscheinlich nicht verstehen würde. "Viel Wärme! Freut euch lieber! Greift mich nicht an! Ich bringe doch nur Wärme! Ihr braucht Wärme! Bitte! Laßt mich euch helfen!" Er wechselte mehrfach die Sprache: englisch, französisch, dänisch, deutsch und russisch. In allen 6 Sprachen betete er seinen Singsang runter, während sie auf ihn schossen. Aber die Projektile kamen nicht an. Sie zerplatzten schmelzend auf seiner Panzerhülle, die ersten Teppiche fingen Feuer. Ein alter Mann neben der Tür schrie und fluchte, aber der als "FMW" titulierte konnte nicht begreifen, wieso alle gegen ihn waren. Er hatte 8 Leute gezählt, der Alte, 3 Jüngere Frauen, eine ältere Frau, 2 Männer und ein Kind. Plus dem Wachmann draußen wären 9 gewesen. Diesmal wollte er keinen nach draußen lassen, sie sollten in Ruhe sein Angebot als Wärmelieferant überdenken. Aber einer lief doch aus der Tür, Verdammt! Die anderen dagegen mußten drin bleiben, an ihm vorbeizukommen, war nun recht schwierig, denn die Wärmegeneratoren hatten seine Arme glühen lassen wie kleine Sonnen. Der alte Mann brannte mittlerweile lichterloh und das Kind und die Frauen kreischten und hielten sich in einer Runde in den Armen. Es schien, daß einer der jüngeren Männer entkommen war. Aber der zweite junge Mann feuerte weiter auf ihn, obwohl sein Gewehr schon brannte. Schließlich fiel auch er flammenlodernd hin und auch die Frauen und das Kind hatten nun etwas mehr als nur innere Wärme. Als die Lehmwände anfingen zu brennen, ging der FMW aus dem Haus.

Er hatte erwartet, daß man von außen auf ihn schießen würde, aber nichts geschah. Tja, die Angst vor ihm war halt doch sehr groß, dabei wollte er doch nur das beste für die Menschen, daß sie es kuschlig warm haben. Doch er war sich sicher, er würde die beiden finden. Und er hatte ein Geschenk für sie. Das beste Geschenk, das man in so kalter Nacht anbieten konnte! Das Haus fiel brennend in sich zusammen, als er die Wärmegeneratoren auf das Minimum zurückfuhr. 89% Leistung hatten sie noch, das teilte ihm die Anzeige auf jedem Generator mit. Tja, jeder Einsatz ein Prozent. Der FMW konnte also nur noch 89 Mal Menschen beglücken. Er brachte ihnen die Wärme der Sonne zurück und sie dankten es ihm mit Haß, Gebrüll und Widerstand. So war das nunmal, als Wohltäter war man immer der Dumme. Aber irgendwer würde ihm seinen Einsatz danken, da war er sich sicher. Wenigstens hielt seine Kleidung dem Ganzen stand, die Häuser waren heutzutage scheinbar nicht so haltbar. Er machte sich auf die Suche nach den beiden anderen, denn die beiden wollten, genauso wie er, bestimmt nicht allein sein. Tief in seinem Innern hatte er eine klare Erkenntnis: nur zusammen kann man genug Wärme halten, die Einsamkeit bringt nur Kälte.

In einem Flüchtlingslager im ehemaligen Saudi Arabien...

"Hallo, hier stehen 2 Neue am Tor!" Die Wache sah vom Wachturm auf die beiden Männer in der grau-verschmutzten Kluft herunter. Sie standen im dunklen Nebel der Nacht und starrten den Wachmann an. Dieser wiederum wartete auf die Antwort seines Vorgesetzten. "Haben sie etwas anzubieten?" blaffte eine Stimme aus seinem Walky-Talky. Der Wachmann richtete seine Maschinenpistole auf die beiden und sah sie fragend an. Einer der beiden vor dem Tor schrie: "FMW, verstehst Du nicht? Da läuft ein FMW herum!" Die Wache zögerte. "Was ist ein FMW?" fragte er. "Ein Fire Microwave Warrior, ein Kampfroboter, der Widerstandsnester mittels Mikrowelle auslöscht. Übrig geblieben aus dem Krieg. Hat man euch denn nichts über die Kriegsgeräte berichtet? Du bist doch Soldat! Wenn selbst WIR von ihnen gehört haben!" Die Stimmen überschrien sich, die Verzweiflung war deutlich herauszuhören, sie schien echt zu sein. Der Wachmann kratzte sich am Kinn und überlegte. "Aber die Dinger gibt's doch nur in Europa!" Die beiden Männer schrien immer lauter: "Ein Ding davon ist nun hier, es hat unser Haus und unsere Familie gegrillt! Laßt uns rein, bitte!" Nach einer kurzen Pause meinte einer der beiden: "Wir haben das Ding live gesehen! Ihr dagegen wißt nichts darüber!"

Hier hing ein Deal in der Luft: Asyl gegen Information. Und Informationen waren karg und teuer. Der Wachmann redete wieder über Funk mit seinem Kommandanten. Schließlich drückte er auf einen Knopf und 2 schwere Stahltüren öffneten sich langsam in der großen Mauer, die die Anlage umgab. Sie stürzten durch den Spalt, sobald sie durchpaßten, wurden aber hinter dem Tor von weiteren Soldaten aufgehalten. Sie wurden entwaffnet und durchsucht, während sich hinter ihnen das Tor langsam mit einem dumpfen Schlag schloß. "Hier entlang!" sagte einer der Soldaten. Sie gingen ein ganzes Stück in der Anlage herum, bis sie so ziemlich in der Mitte waren. Dort stand ein kleines Zelt. Drinnen war ein Tisch, 2 große, vollbärtige Soldaten standen mit Maschinenpistolen daneben. Ein dicker Soldat mit Augenklappe saß auf einem Stuhl neben dem Tisch. 2 Stühle waren frei und der sitzende Mann deutete auf die Stühle. Die beiden setzten sich hin und der Mann mit der Augenklappe sagte: "Ich bin General Ibn-Halid. Also: was ist passiert?" Die beiden Männer fingen beide an zu plappern, aber der General zeigte mit dem Finger auf einen von ihnen. Dieser erzählte die Geschichte des Angriffs und der General bekam immer größere Augen. "Die Beschreibung ist sehr detailliert. Also ist es wahr?" Entrüstet plapperten die beiden wieder durcheinander: "Wie sollte es nicht? Natürlich ist es wahr!..." Der General machte eine Handbewegung und beide hörten auf zu reden. "Dann ist dieses Ding des Grauens Tausende von Kilometern bis hierher gewandert. Und wo eins ist, sind vielleicht noch mehr? Als wenn wir durch diesen Irrsinn nicht schon genug Probleme hätten!" Er überlegte kurz und fragte dann: "Das Ding ist euch doch nicht gefolgt, oder?" In dem Moment überschlugen sich die Ereignisse und Alarmsirenen dröhnten.

"Ich bringe Wärme!" rief der FMW in Richtung Flüchtlingslager. Er hatte seine Arme diesmal ganz nach vorne gedreht, so daß möglichst wenig Wärme zur Seite oder nach hinten verloren ging. Er war noch weit entfernt, aber die Wärme-Generatoren waren wieder so glühend rot, daß es aussah, als würden seine Unterarme glühen, 2 Sonnen an den Armen. Die Soldaten schossen mit allem was sie hatten, aber sogar eine Haubitze explodierte schon, bevor sie den ersten Schuß abgeben konnte. Der FMW wurde ein paarmal hart getroffen, aber er fiel trotz der Wucht der Projektile nicht einmal hin. Der Panzer hielt. Er war im Vorteil, weil er für Gewehre fast noch zu weit weg war und die Grantwerfer unbenutzbar waren, da sie jetzt schon, nach nur wenigen Sekunden, überhitzt waren und man sie nicht mehr anfassen, geschweige denn abfeuern konnte. Überhaupt gab es im Lager immer mehr Explosionen und die Gegenwehr kam relativ schnell zum Erliegen.

Schließlich brannte das Lager nicht nur, nein, der gesamte Ort selbst glühte. Auch der Sand, den der FMW fälschlicherweise nur für Staub gehalten hatte, schmolz langsam zu einer Glasschicht zusammen. Diesmal entkam niemand, denn das Lager war von einer massiven Mauer umschlossen. Man hatte nicht mehr geschafft, irgendeins der Tore zu öffnen, um zu entkommen. Die Mauern hatte glutrote Farbe angenommen und brachen nun langsam zusammen. Dahinter war nur loderndes Feuer und vereinzelte Schreie auszumachen, wenig Bewegung. Der FMW zeigte sein selbstzufriedenes Grinsen auf den schlecht gemachten Gesichtssträngen des Roboters, während die beiden Sonnen an seinen Armen immer noch in voller Stärke glühten. Bei der Konstruktion war es nicht wichtig gewesen, daß er exakt wie ein Mensch aussieht. Wichtig war nur gewesen, daß seine Feuerkraft einer nuklearen Reaktion ebenbürtig war ohne dabei selbst zu Schaden zu kommen. Und das Lager sah nun selbst wie eine glühende Sonne aus. Die Temperaturanzeige des FMW zeigte nun 1300° an, dabei war er noch gut 300 Meter von den Toren entfernt. Im Innern waren wahrscheinlich um die 4000-5000° Celsius. Da durfte selbst der FMW nicht dichter ran, sonst würde er vielleicht mit verglühen.

Es wurde heißer, er mußte einen Schritt zurück treten, während er auf die Temperaturanzeige achtete. Sogar die Kleidung des Kampf-Roboters glühte kurz auf. Wohlige Wärme! Kuschelwarm! Doch die Gesichtszüge des FMW änderten sich. Das falsche Grinsen ließ nach und in den Gesichtszügen war nun wieder Trauer zu sehen. Jetzt erst schaltete er die Thermo-Generatoren ab und das Glühen seiner Spezialstahl-legierten Arme ließ nach. Nach einiger Zeit sagte er entmutigt zu sich selbst: "Ich bin schon wieder allein..." Aber er wußte: nächstes Mal würde es besser laufen, irgendwann würde jemand den Handel akzeptieren. Im Grunde war es sogar ein Geschenk an die Menschen, er war ja bisher noch nicht einmal dazu gekommen, seine Gegenleistungen zu formulieren, geschweige denn einzufordern. Laut den Anzeigen auf den Generatoren hatte er im günstigsten Fall noch 88 Versuche. Wenn er Glück hatte, käme er bis Weihnachten damit hin. Jaja, Weihnachten, Zeit der Geschenke. Da bleibt bekanntlich niemand gern allein. Der FMW verband all seine Hoffnung mit Weihnachten.


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